Herzrasen
Als Herzrasen – oder medizinisch Tachykardie – bezeichnet man einen Herzschlag, der schneller ist als normal. "Normal" ist dabei relativ zu betrachten, da die Herzfrequenz unter anderem vom Alter und dem Trainingszustand einer Person abhängt. Als Richtwert kann man aber bei mehr als 100 Herz- bzw. Pulsschlägen pro Minute von Herzrasen sprechen.
Was sind mögliche Ursachen und Auslöser für Herzrasen?
In den meisten Fällen ist Herzrasen völlig harmlos. Aufregung, Stress oder Vorfreude lassen Ihr Herz schneller schlagen. Der Herzschlag normalisiert sich, wenn Sie sich wieder beruhigt haben. Auch Koffein (in Kaffee, Cola), Nikotin sowie manche Medikamente (zum Beispiel Schilddrüsentabletten) und Lebensmittel (wie Muskatnuss) können zu Herzrasen führen.
Veränderungen im Hormonhaushalt können die Herztätigkeit ebenfalls beeinflussen. So kann es sowohl bei jüngeren Frauen zu harmlosem Herzrasen kommen als auch bei älteren Frauen nach der Menopause (letzte Regelblutung). Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen und Herzrasen sind typische, vorübergehende Erscheinungen in den Wechseljahren.
Hält das Herzrasen an oder macht es Ihnen Angst, suchen Sie einen Arzt auf, um die Ursache abzuklären. Vor allem wenn weitere Symptome auftreten, wie Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen, Sprachstörungen oder Sehstörungen, könnte auch eine körperliche Ursache dahinter stecken, zum Beispiel eine behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörung, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Blutdruckprobleme.
Was unternimmt der Arzt bei Herzrasen?
Wenn Sie unter Herzrasen leiden, wird der Arzt Sie zunächst eingehend befragen, zum Beispiel seit wann Sie das Herzrasen bemerkt haben, ob es dauerhaft oder in bestimmten Situationen auftritt, ob Sie (mehr) rauchen oder neue Medikamente einnehmen, ob Vorerkrankungen bestehen und ob weitere Beschwerden aufgetreten sind. Anschließend wird er Sie gründlich körperlich untersuchen, Ihren Puls tasten und Ihre Herztöne mit dem Stethoskop abhören. Auch eine Blutdruckmessung und eine Blutabnahme sind bei Herzrasen sinnvoll.
Will der Arzt eine Herzerkrankung als Ursache des Herzrasens ausschließen, wird er einige Untersuchungen des Herzens anordnen. Hierzu zählen ein Ruhe-EKG, ein Belastungs-EKG und ggf. ein Langzeit-EKG, eine EchokardiographieEchokardiographie
Bildgebendes Verfahren, bei dem mithilfe von Schallwellen Aufnahmen aus dem Körperinneren erstellt werden. (Ultraschalluntersuchung des Herzens) und eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs.
Was tun bei Herzrasen?
Ob und wie Herzrasen behandelt wird, hängt von seiner Ursache ab. Wenn Sie durch Stress oder Aufregung Herzrasen bekommen, versuchen Sie, sich zu entspannen. Ihr Arzt kann Ihnen weitere Informationen zu Entspannungsmethoden (wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation etc.) geben. Versuchen Sie, weniger Kaffee und Cola zu trinken und nicht zu rauchen. Regelmäßige Bewegung und Sport stärken das Herz und wirken ebenfalls entspannend.
Falls Ihrem Herzrasen eine behandlungsbedürftige Erkrankung zugrunde liegt, zum Beispiel eine Herzrhythmusstörung oder eine Schilddrüsenüberfunktion, so wird Ihr Arzt Ihnen eine Therapie vorschlagen. Bei Herzrasen in den Wechseljahren sprechen Sie bitte auch mit Ihrem Frauenarzt über eine geeignete Therapie.
Weitere mögliche Herzerkrankungen
Koronare Herzkrankheit (KHK) | Herzinfarkt | Herzrasen | Herzrhythmusstörungen | Herzinsuffizienz | Plötzlicher Herztod
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