Koronare Herzkrankheit (KHK)
Die Koronare Herzkrankheit, kurz KHK genannt, galt lange Zeit als "typische Männerkrankheit" – doch auch Frauen sind davon betroffen, nur seltener und sie erkranken meist später. Jährlich werden rund 850.000 Menschen – darunter etwa 300.000 Frauen – wegen einer Koronaren Herzkrankheit im Krankenhaus behandelt.
Die KHK ist durch verengte Herzkranzgefäße (Koronararterien) infolge von Ablagerungen (Arteriosklerose, "Arterienverkalkung") gekennzeichnet. Der Herzmuskel kann so nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden. Mögliche Folgen der KHK sind die Angina pectoris (Brustenge) infolge der Durchblutungsstörung, ein Herzinfarkt bei komplettem Verschluss einer Koronararterie sowie andere Herzerkrankungen wie Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Herzrhythmusstörungen und der plötzliche Herztod.
Was sind die Ursachen einer KHK?
Ursachen der Koronaren Herzkrankheit sind Ablagerungen ("Verkalkungen") der Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel versorgen. Menschen mit Bluthochdruck oder/und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) haben ein erhöhtes Risiko für eine KHK. Neben erblicher Veranlagung und zunehmendem Lebensalter gibt es außerdem Risikofaktoren für die KHK, die sich durch eine gesunde Lebensweise vermeiden ließen. Dazu zählen:
- Rauchen
- Übergewicht
- Erhöhte Cholesterinwerte
- Mangelnde Bewegung
Frauen erkranken seltener und im Durchschnitt später an einer Koronaren Herzkrankheit als Männer. Ein Grund hierfür ist, dass Frauen oft gesünder leben als Männer und so KHK-Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol, Übergewicht und Stress weniger stark ausgesetzt sind. Ein anderer Grund ist die Hormonsituation der Frauen: So wird dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen eine herzschützende Wirkung zugesprochen. Der Östrogenspiegel im Blut nimmt nach der Menopause (also der letzten Regelblutung) ab. Nach den Wechseljahren steigt dann das Risiko, an einer KHK zu erkranken. Ab dem Alter von 75 Jahren erkranken Frauen und Männer etwa gleich häufig an einer Koronaren Herzkrankheit.
Welche Symptome verursacht eine KHK?
Das typische Symptom der Koronaren Herzkrankheit ist die Brustenge, die durch Durchblutungsstörungen im Herzmuskel ausgelöst wird. Diese sogenannte Angina pectoris äußert sich durch beklemmende, druckartige Schmerzen hinter dem Brustbein oder auf der linken Brustseite, die in den linken Arm oder beide Arme ausstrahlen können.
Bei Frauen macht sich eine KHK oftmals auch mit untypischen Symptomen bemerkbar, zum Beispiel Übelkeit, Schweißausbrüchen und Schulterschmerzen. Zu Beginn der KHK kommt es nur bei Belastung zu Beschwerden. Mit fortschreitender Verengung der Herzkranzgefäße treten die Symptome auch in Ruhe auf – und die Gefahr eines Herzinfarkts steigt.
Wie diagnostiziert der Arzt eine Koronare Herzkrankheit?
Ein Facharzt für Herzerkrankungen, der Kardiologe, ist auf die Diagnose und Therapie der Koronaren Herzkrankheit spezialisiert. Der Arzt wird sich zunächst eingehend nach den Beschwerden, möglichen Vorerkrankungen und der Lebensweise erkundigen. Anschließend untersucht er Sie gründlich und hört dabei auch Ihre Herztöne mit dem Stethoskop ab. Zur Diagnose der Koronaren Herzkrankheit sind einige Untersuchungen sinnvoll, die vor allem abklären, ob Ihr Herz durch die Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße bereits Schaden genommen hat.
Hierzu zählen ein Ruhe-EKG, ein Belastungs-EKG und ggf. ein Langzeit-EKG, eine EchokardiographieEchokardiographie
Bildgebendes Verfahren, bei dem mithilfe von Schallwellen Aufnahmen aus dem Körperinneren erstellt werden. (Ultraschalluntersuchung des Herzens) und eine MyokardszintigraphieMyokardszintigraphie
Nuklearmedizinische Untersuchungsmethode zur Messung der Durchblutung des Herzmuskels.. Ob und wie stark Ihre Herzkranzgefäße verengt sind, lässt sich mittels ComputertomographieComputertomographie
Verfahren, mit dem Schnittbilder aus dem Körperinneren angefertigt werden können. sowie durch eine HerzkatheteruntersuchungHerzkatheteruntersuchung
Untersuchung der Herzinnenräume und der Gefäße mit einem dünnen, biegsamen Schlauch (Katheter). feststellen.
Wie sieht die Therapie der KHK aus?
Die Therapie der Koronaren Herzkrankheit besteht zum einen darin, akute Anfälle von Brustenge (Angina pectoris) zu unterbrechen, und zum anderen, das Fortschreiten der Gefäßverengung am Herzen aufzuhalten und so einen Herzinfarkt oder weitere Folgeschäden am Herzen zu vermeiden. Zusätzlich ist es wichtig, auf eine gesunde Lebensweise zu achten und KHK-Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht zu vermeiden.
Abhängig von der Schwere der KHK wird Ihr Arzt eine Therapie empfehlen. Grundsätzlich stehen folgende Medikamente zur Behandlung der Koronaren Herzkrankheit zur Verfügung:
- Nitrate (Glyceroltrinitrat, Nitroglyzerin) als Nitro-Spray oder Zerbeißkapsel, um einen Angina-pectoris-Anfall zu unterbrechen, oder als Tabletten, um das Herz zu entlasten und die Herzdurchblutung langfristig zu verbessern.
- Betablocker verbessern die Herzleistung, indem sie die Herzfrequenz und den Blutdruck bei Belastung senken; das Herz verbraucht so weniger Sauerstoff.
- Kalziumkanalblocker können ebenfalls zur Therapie der KHK eingesetzt werden. Sie blockieren den Einstrom von Kalziumionen in die Herzmuskelzellen, was zur Folge hat, dass sich die Herzkranzgefäße erweitern und so besser durchblutet werden.
- Acetylsalicylsäure (ASS) ist ein sogenannter Thrombozytenaggregationshemmer (hemmt die "Verklumpung" der Blutplättchen bei der Blutgerinnung) und fördert ebenfalls die Durchblutung am Herzen. Alternativ kann der Wirkstoff Clopidogrel gegeben werden.
- Statine (HMG-CoA-Reduktasehemmer) sind cholesterinsenkende Medikamente. Falls Sie unter einer KHK leiden und Statine einnehmen, haben Sie – unabhängig von Ihrem Cholesterinwert – ein geringeres Risiko, an Ihrer Herzkrankheit zu versterben als KHK-Patienten, die keine Statine einnehmen.
- Molsidomin wirkt, ähnlich wie die Nitrate, gefäßerweiternd und kann zur Dauerbehandlung der KHK eingesetzt werden.
Neben der medikamentösen Therapie der KHK können Eingriffe nötig sein, um die Verengung der Herzkranzgefäße zu beseitigen. Mögliche Methoden zur sogenannten Revaskularisation sind:
- Bei der PTCA (Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie) wird das verengte Herzkranzgefäß mit einem Ballonkatheter aufgedehnt (Ballondilatation). Hierzu führt der Arzt, wie bei der HerzkatheteruntersuchungHerzkatheteruntersuchung
Untersuchung der Herzinnenräume und der Gefäße mit einem dünnen, biegsamen Schlauch (Katheter)., ein Katheter über eine Arterie, zum Beispiel in der Leiste, ein und schiebt ihn bis zum betroffenen Herzkranzgefäß vor. Ein an der Katheterspitze befindlicher Ballon wird aufgeblasen und erweitert so das Gefäß. Ob der Arzt an der richtigen Stelle im Herzen ist, wird mittels gleichzeitiger Röntgenuntersuchung kontrolliert. Häufig wird außerdem ein sogenannter Stent – ein kleines, röhrenartiges Metallgitter – als Gefäßstütze in das Herzkranzgefäß eingesetzt, damit es offen bleibt. - Bei einer Bypass-Operation wird die verengte Stelle des Herzkranzgefäßes durch ein an anderer Stelle im Körper entnommenes Blutgefäß überbrückt. Bypass bedeutet übersetzt so viel wie "Umleitung". Möglich ist ein Venenbypass (zum Beispiel mit einer aus dem Bein entnommenen Vene) oder ein Arterienbypass (zum Beispiel mit Verpflanzung einer Brustarterie).
Weitere mögliche Herzerkrankungen
Koronare Herzkrankheit (KHK) | Herzinfarkt | Herzrasen | Herzrhythmusstörungen | Herzinsuffizienz | Plötzlicher Herztod
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