Nachsorge

Sie haben die intensive und aufregende Zeit von Schwangerschaft und Geburt hinter sich und Ihr Kind ist endlich da. Auch wenn sich viele Frauen schon recht schnell nach der Geburt wieder fit fühlen, seien Sie sich bewusst, welche großartige Leistung Ihr Körper vollbracht hat. Gönnen Sie ihm jetzt die Ruhe, die er verdient. Nicht zuletzt ist es jetzt wichtig Kräfte zu sammeln, die Sie für nächsten Wochen und Monate brauchen werden. Am besten lassen Sie sich in der ersten Zeit von einer Hebamme unterstützen. Diese kommt in den ersten Wochen nach der Geburt zu Ihnen nach Hause. Sie kontrolliert die Rückbildung der Gebärmutter und hilft Ihnen mit praktischen Tipps zum Stillen und zur Säuglingspflege. Jede krankenversicherte Frau hat nach der Geburt eines Babys einen gesetzlichen Anspruch auf eine Nachsorge-Hebamme. Unter Umständen trägt die Krankenkasse auch die Kosten für eine Haushaltshilfe.

Das Wochenbett

Sie müssen den Begriff des Wochenbetts nicht unbedingt wörtlich nehmen: Selbstverständlich dürfen und sollen Sie nach der Geburt auch aktiv sein. Aber schieben Sie dennoch in der ersten Zeit anstrengende Alltagstätigkeiten beiseite. Nutzen Sie die Zeit, um sich zu erholen und Ihr Baby kennenzulernen.

In der ersten Zeit nach der Geburt können manchmal die einen oder anderen Probleme auftreten. Informieren Sie sich hier, worauf Sie im Wochenbett achten sollten.

Babyblues

Für viele frisch gebackene Mütter ist es ein Rätsel: Sie haben die Geburt gut überstanden und halten überglücklich Ihr Kind in den Armen – und plötzlich übermannen Sie Tränen und Traurigkeit. Dieser Zustand, der meist mit dem Begriff "Babyblues" oder "Heultage" bezeichnet wird, ist ein ganz normales Phänomen. Während die Hormonumstellung während der Schwangerschaft eher allmählich stattfindet, fallen die Hormone nach der Geburt abrupt ab. Und dieser Umstand schlägt den meisten Frauen aufs Gemüt. Versuchen Sie, Ihre Traurigkeit also nicht allzu ernst zu nehmen, meist geht sie schon nach wenigen Tagen vorüber. Sollte der Zustand der Traurigkeit jedoch länger als drei Wochen nach der Geburt noch anhalten, sprechen Sie bitte mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Frauenarzt darüber. In manchen Fällen steckt eine Wochenbettdepression dahinter, die Sie behandeln lassen sollten.

Rückbildung

Die Gebärmutter ist während der Schwangerschaft auf ein Zigfaches ihrer ursprünglichen Größe herangewachsen. Nach der Geburt muss sie sich nun allmählich wieder zurückbilden. Dabei wird in den ersten bis zu sechs Wochen der sogenannte Wochenfluss ausgeschieden. Der Grund dafür ist, dass an der Stelle, an der sich die Plazenta befand, eine Wunde in der Gebärmutter entstanden ist. Daher besteht der Wochenfluss anfangs hauptsächlich aus Blut und Wundsekreten.

Zu Beginn kann der Wochenfluss recht stark sein, er wird jedoch im Lauf der Zeit immer schwächer und ähnelt am Ende eher einer Schmierblutung. Da während des Wochenflusses die Infektionsgefahr erhöht ist, sollten Sie auf besonders gründliche Körperhygiene achten. Aus diesem Grund ist es auch ratsam, so lange auf Geschlechtsverkehr zu verzichten, bis der Wochenfluss vollständig versiegt ist. Bemerken Sie auffällig starke Blutungen, riecht der Ausfluss streng oder versiegt er vollständig in den ersten Wochen, suchen Sie in jedem Fall einen Arzt auf. In manchen Fällen steckt eine Infektion dahinter oder die Plazenta hat sich nicht vollständig gelöst und es sind Reste in der Gebärmutter verblieben. Manchmal kann der Wochenfluss auch nicht richtig aus der Gebärmutter abfließen (Lochialstau).

Stillen

In den ersten Tagen nach der Geburt produzieren die Brüste zunächst noch die sogenannte Vormilch (Kolostrum). Diese für das Neugeborene besonders wichtige Milch wird nur in kleinen Mengen gebildet. Etwa um den dritten Tag kommt es zum Milcheinschuss, das heißt die Brustdrüsen bilden nun die eigentliche Milch in größeren Mengen. Die meisten Frauen empfinden den Milcheinschuss als besonders unangenehm, weil ihre Brüste innerhalb kurzer Zeit schmerzhaft anschwellen. Das Spannungsgefühl lässt sich jedoch meist durch kühlende Umschläge direkt nach dem Stillen lindern.

Um jetzt einen Milchstau zu vermeiden, ist auch die richtige Technik beim Stillen gefragt. Ihre Hebamme zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Kind richtig anlegen. Achten Sie außerdem darauf, einen bequemen, gut sitzenden BH zu tragen. Weiche Stilleinlagen schützen die Brustwarzen und nehmen restliche Milchtropfen auf. Sie sollten häufig gewechselt werden, um Infektionen der Brust zu vermeiden.

Heute vertreten Hebammen und Ärzte die Meinung, dass Muttermilch die beste Nahrung für Babys ist. Dennoch gibt es manchmal Gründe, die gegen das Stillen sprechen. Wenn Sie nicht Stillen wollen oder können, informieren Sie sich bereits kurz nach der Geburt über das Abstillen bei Ihrem Arzt.

Brustentzündung (Mastitis)

Gelegentlich kommt es in der ersten Zeit der Stillperiode zu einer Brustentzündung (Mastitis). Meist schmerzt dabei die betroffene Brust und manchmal lassen sich harte Stellen ertasten. Nicht selten ist eine Brustentzündung von Fieber und schwerem Krankheitsgefühl begleitet. Die Ursachen einer Mastitis in der Stillzeit sind häufig wunde Brustwarzen oder ein Milchstau durch falsches, zu seltenes Anlegen des Babys. Über kleine Verletzungen der Brustwarzen und der Ausführungsgänge können Bakterien in die Brustdrüse einwandern. Bei einer Brustentzündung sollten Sie in jedem Fall den Frauenarzt zurate ziehen, der in der Regel Antibiotika gegen die Keime verschreibt. Zusätzlich können Sie die betroffene Brust kühlen, zum Beispiel mit feuchten Tüchern oder Quarkumschlägen. Um einem Milchstau und einer Brustentzündung vorzubeugen, sollten Sie Ihr Kind oft anlegen und zwar so, dass möglichst die gesamte Brust entleert wird.

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